Haus Odenwald

Strümpfelbrunn. (mh) Vom 25.September bis 10. Oktober finden erstmals die Waldbrunner Mostwochen statt. Eine Veranstaltergemeinschaft, der neben dem Katzenpfad Online Magazin auch verschiedene Vereine, die Gemeindeverwaltung sowie die Gastronomen auf dem Winterhauch angehören, hat ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt.  Als Medienpartner stellen wir die Teilnehmer in loser Folge in unserem Magazin vor. Nachfolgend odenwald.jpg informieren wir über den Landgasthof “Haus Odenwald”, Inh. Andrea und Thomas Hagendorn, Alte Marktstraße 5, Strümpfelbrunn:

Unter dem Eindruck der immer massiver werdenden Verfolgung mit Boykott, beruflicher Entrechtung und den schweren Ausschreitungen und Gewalttaten in der Reichspogromnacht, verkaufte eine in der Alten Marktstraße 5 ansässige, jüdische Familie ihr Anwesen. Das weitere Schicksal der verfolgten Strümpfelbrunner Familie kann bis heute nicht nachvollzogen werden. In der Opferliste der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem fehlen die Namen der Familienmitglieder, was als Indiz dafür gewertet werden kann, dass diese jüdischen Bürger den Holocaust durch Emigration überlebt haben.

Marie Riedinger kaufte das Haus im Jahr 1938 und führte in dem Anwesen eine Bauspenglerei. Diese Spenglerei gab Familie Riedinger den Hausnamen die “Spenglers”, den die Familie heute noch trägt. Schon damals vermietete Marie Riedinger Zimmer als Privatpension. Ihre Tochter Sophie Hagendorn, eine gelernte Hotelfachfrau, führte den Betrieb als Pension weiter. Deren Sohn Fritz absolvierte eine

Kochlehre im “Schwarzen Adler” in Neckargemünd. Später übernahm er den Familienbetrieb. Mitte der fünfziger bis in die achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erlebte der Hohe Odenwald touristisch seine goldene Zeit, mit stets ausgebuchten Gasthäusern, Pensionen und Kurhäusern. Zu diesen beliebten Beherbergungsbetrieben gehörte auch das „Haus Odenwald” in Strümpfelbrunn.

Die Tradition führte Thomas Hagendorn fort und erlernte 1977 in der Stadthalle Heidelberg das Kochhandwerk. Nach einem Gesellenjahr in Heidelberg kehrte Thomas in die Heimat zurück, wo er in den elterlichen Betrieb eintrat. 1999 übernahmen Thomas und seine Frau Andrea Hagendorn den Landgasthof “Haus Odenwald”.

Heute bietet das Paar seinen Gästen sechs Doppel- sowie sechs Einzelzimmer mit Bad und WC.  Das Gasthaus firmiert auch als Wanderreiterstation und bietet mit der Koppel  direkt am Haus sowie Pferdeboxen auch vierbeinigen Gästen eine Heimat. Fritz Hagendorn, der Seniorchef, lässt es sich nicht nehmen, trotz seines hohen Alters, den Sohn und dessen Familie zu unterstützen. Auch die Töchter des Wirtspaars unterstützen den Familienbetrieb und sind für Service odenwald1.jpg verantwortlich.  Im idyllischen Garten, mit altem Baumbestand, lässt es sich im Biergarten verweilen.

Anlässlich der ersten Waldbrunner Mostwochen hat Thomas Hagendorn ein altes Rezept seiner Uroma Marie Riedinger auf die Speisekarte genommen und serviert seinen Gästen die „Echte Mostsuppe mit Croutons”.

Infos im Internet:
www.pension-haus-odenwald.de

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