Kurgestüt

Als Familienbetrieb führen die Zollmanns das Kurgestüt Hoher Odenwald, das 300 Pferden aus eigener Zucht eine Heimat bietet. (Fotos: privat)

Mülben. (mh) Vom 25. September bis 10. Oktober finden erstmals die Waldbrunner Mostwochen statt. Eine Veranstaltergemeinschaft, der neben dem Katzenpfad Online Magazin auch verschiedene Vereine, die Gemeindeverwaltung sowie die Gastronomen auf dem Winterhauch angehören, hat ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Als Medienpartner stellen wir die Teilnehmer in loser Folge in unserem Magazin vor. Nachfolgend informieren wir über das Kurgestüt Hoher Odenwald, Simmestraße 17, Mülben, Inhaber Familie Zollmann.

Aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft brachte Dr. Rudolph Storch  nach dem II Weltkrieg die Idee mit, Stutenmilch zu erzeugen. Diese Idee realisierte er ab 1959 in Ettenheim bei Familie Zollmann. (Foto: privat) Freiburg mit fünf Stuten. 1972 erfolgte dann die Umsiedlung nach Mülben, wo er gemeinsam mit seiner Tochter Gudrun Pionierarbeit leistete, da es auf diesem Gebiet in Deutschland keinerlei Erfahrungen gab.

Anfang der 80-er Jahre kam der Tierarzt Tierarzt Dr. Hans Zollmann zur Familie. Gudrun und Hans Zollmann gaben dem Kurgestüt in den Folgejahren eine konsequent ökologische Ausrichtung nach Demeter-Richtlinien. “Das war der Beginn der ökologischen Tierhaltung hin zu einem geschlossenen, autarken Kreislauf”, erinnert sich Hans Zollmann. Der Familienbetrieb ist heute Deutschlands größte Stutenmilchfarm und wird nunmehr gemeinsam in der zweiten und dritten Generation geführt.

Insgesamt 450 ha Fläche mit 300 Pferden, davon 200 Melkstuten  in Waldbrunn, dem Glashof in Waldhausen, dem Faustenhof in Bödigheim und dem Hofgut Rineck wird von dem Unternehmen mit fünf Familienarbeitskräften, acht Fremdarbeitskräften und zwei Auszubildenden bewirtschaften. Im Jahr 2007 erhielt das Kurgestüt den 2. Preis des Förderpreises Ökologischer Landbau des Bundesverbraucherministeriums.

Auch der Markt für Stutenmilch musste erst schrittweise erschlossen werden. Eine breite Akzeptanz wurde durch wissenschaftliche Studien über Stutenmilch erreicht. Den Untersuchungen zufolge ist Stutenmilch für Säuglinge, Senioren und Kuhmilchallergiker besonders verträglich und wird daher von Ernährungsexperten als ganzheitliches Naturprodukt empfohlen. Die Zusammensetzung ist der menschlichen Muttermilch ähnlich, normalisiert die Verdauung und ist hilfreich bei der Verbesserung der Funktion der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems. Auch bei verschiedenen Hautkrankheiten wie Schuppenflechten werden Stutenmilchprodukte empfohlen.

Neben der naturbelassenen Milch produzieren Zollmanns auch die vergorene Variante, den Kumys. Rohmilch als auch Kumys werden in flüssiger Form, aber auch als Granulat zum Anrühren angeboten.

Kumys ist darüber hinaus Bestandteil der beliebten Stutenmilchkosmetik, die es als Cremes, Lotionen, Seifen und Bade-Duschgels gibt. 300 Pferde leben auf den Höfen des Kurgestüts. (Foto: privat)

Alle Produkte können im Internet bestellt oder direkt im Hofladen erworben werden. Als gläserner Betrieb, bei dem Transparenz im Produktionsprozess einen hohen Stellenwert genießt, besteht regelmäßig die Möglichkeit von Gestütsbesichtigungen, bei denen interessante Einblicke vermittelt werden.  So können Besucher beim Melken der  Stuten zuschauen, Verkaufspferde besichtigen und im Hofladen frische Stutenmilch verkosten.

Auch die Kinder von Gudrun und Hans Zollmann identifizieren sich mit der Herstellungsphilosophie ihrer Eltern, sind doch drei der vier Töchter bereits im Betrieb tätig und haben Teile der Geschäftsführung übernommen.

Jette Zollmann ist für Tierzucht und Landwirtschaft verantwortlich, während Stephanie Zollmann die Hygiene und Produktentwicklung vorantreibt. Katrin Zollmann sorgt für die Vermarktung der Pferde und die Erfolge im Turniersport.  Für Nachwuchs ist bereits gesorgt, beleben doch derzeit fünf Enkelkinder das Kurgestüt mit fröhlichem Kindergeschrei.

Speziell für die ersten Waldbrunner Stutenmilch- und Mostwochen bietet das Kurgestüt Hoher Odenwald ein Aktiv-Fermentgetränk an. Das mit Apfelsaft angerührte, alkoholfreie Kumys-Granulat ist besonders lecker und eignet sich hervorragend zur Regeneration nach körperlichen Anstrengungen.

Infos im Internet:
www.kurgestuet.de

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